Überblick über die Erhebungsinstrumente - INA-BBP-Verfahren
1. Einrichtungsbogen
2. Allroundbeobachtung
3. Gruppendiskussion
4. Elterngespräch
5. Leitungsbefragung
6. Befragung des Trägers
7. Dokumentenanalyse
Zur Einführung
Bei der externen Evaluation werden die Außenwahrnehmung und die Teamein-schätzung der pädagogischen Qualität der Arbeit des Teams zueinander in Beziehung gesetzt. Die Innen- und Außenperspektive werden miteinander verglichen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede erörtert und Perspektiven hinsichtlich der Qualitätsentwicklung diskutiert.
Das vorliegende Papier gibt eine Übersicht über die Erhebungsinstrumente der externen Evaluation. Die Grundlage für den Inhalt der Instrumente bilden die Aufgaben der Fachkräfte, wie sie im Berliner Bildungsprogramm formuliert sind. Für die Evaluatorinnen liegt eine ausführliche Fassung als Arbeitsmaterial vor, in der die Qualitätskriterien der acht Aufgabenbereiche den jeweiligen Evaluationsfragen zugeordnet sind.
1. Einrichtungsbogen
Der Einrichtungsbogen ist ein Fragebogen zur Erhebung von Strukturdaten der Einrichtung und von Aussagen zur Vernetzung mit dem sozialen und kulturellen Umfeld der Einrichtung, zur Fortbildung der Erzieherinnen sowie zum Stand der internen Evaluation.
Er wird der Kita rechtzeitig vor Beginn der externen Evaluation übergeben. Die Leitung wird gebeten den Einrichtungsbogen bis zum vereinbarten Termin auszufüllen und an die Evaluatorin/ den Evaluator zurückzuschicken. Die mit ihm erhobenen Informationen geben den Evaluatoren die Möglichkeit sich differenziert auf die externe Evaluation vorzubereiten.
2. Allroundbeobachtung
Die Allroundbeobachtung ist eine teilnehmende Beobachtung und dient dazu, sich einen Gesamtüberblick über die Gestaltung des Lebens in der Kindertagesstätte zu verschaffen. Die Evaluatorin kann
Kontakt zu Kindern, Erzieherinnen und ggf. zu Eltern aufnehmen, greift aber selbst nicht in das pädagogische Geschehen ein.
In der Allroundbeobachtung beobachtet die Evaluatorin die Erzieherin-Kind-Interaktionen, die Kind-Kind-Interaktionen sowie die Raumgestaltung und Materialausstattung im gesamten Haus.
Die Allroundbeobachtung soll insgesamt unter Berücksichtigung der Größe der Kindertagesstätte 3 bis 4 Stunden in Anspruch nehmen. Sie wird gleich zu Beginn der externen Evaluation durchgeführt. Am
Anfang noch nicht erfasste Kriterien können im Lauf der zwei Tage nacherhoben werden.
Bewertungsgesichtspunkte
-
Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kinder
- Anregender Lern- und Erfahrungsraum für alle Bildungsbereiche
- Vielfältige Spielimpulse für alle Bildungsbereiche
- Anregende Raumgestaltung, vielseitige Materialien für alle
Bildungsbereiche - Interkulturelles Leben und Lernen
3. Gruppendiskussion
In der Gruppendiskussion geht es um den Austausch von Standpunkten, Beurteilungen und Einstellungen der Erzieherinnen zu den ausgewählten Fragen. Die sechs Schwerpunktfragen der Diskussion werden
vorher von der Evaluatorin genannt, damit sich die Gesprächsteilnehmerinnen darauf einstellen können.
Diese Diskussion kann mit einer Gruppe von Erzieherinnen, aber auch mit dem gesamten Team durchgeführt werden. Sie sollte auf ca. zwei Stunden begrenzt sein. Der Diskussionsverlauf kann auf einem
Tonträger mitgeschnitten werden. Dafür ist vorher die Genehmigung der Beteiligten einzuholen.
Das Leitungsteam nimmt an dieser Diskussion nicht teil. Es hat Gelegenheit, seine Sichtweisen in der Leitungsbefragung darzulegen.
Gesprächsleitfragen
- Bildungsbewegungen der Kinder vielseitig unterstützen
- Beobachten und Dokumentieren
- Kulturelle Vielfalt in der Kita
- Erziehungspartnerschaft mit Eltern
- Gesellschaftliche Entwicklungen und neuere Erkenntnisse zu Bildungsprozessen von Kindern
- Unterstützung von der Leiterin/ dem Leitungsteam bei der Weiterentwicklung der Arbeit
4. Elterngespräch
Das Gespräch wird mit einer Gruppe von Eltern geführt. Es müssen nicht unbedingt die gewählten Elternvertreter/innen sein. Bei der Vorabsprache mit der Kindertageseinrichtung muss geklärt werden,
in welcher Weise Eltern mit nicht ausreichenden Deutschkenntnissen beteiligt werden können.
Vor Beginn des Gesprächs sollte sich die Evaluatorin vorstellen und kurz erläutern, worum es im Gespräch als Bestandteil der Evaluation geht: um die Perspektive der Eltern zu ausgewählten Fragen der
pädagogischen Arbeit der Erzieherinnen.
Verbindliche Grundlage des Gesprächs sind die Leitfragen. Diese übergreifenden Fragen strukturieren das Gespräch und werden zu Beginn von der Evaluatorin genannt.
Der Gesprächsverlauf kann als Gedächtnisstütze auf einen Tonträger aufgezeichnet werden. Dafür ist vorher die Genehmigung der Beteiligten einzuholen. Das Gespräch sollte auf 1,5 Stunden begrenzt
sein.
Gesprächsleitfragen
- Zusammenarbeit mit und Unterstützung der Eltern
- Informationen an die Eltern über die Arbeit in der Kita sowie über die Entwicklung ihres Kindes
- Beteiligung und Mitwirkung an der Arbeit in der Kita
- Voraussetzungen für eine sanfte Eingewöhnung des Kindes in die Kita
- Fragen des Übergangs in die Grundschule
5. Leitungsbefragung
Die Leiterin/ das Leitungsteam hat eine besondere Funktion für die Weiter-entwicklung der Qualität der Einrichtung: Die Leitung begleitet und unterstützt das Team in fachlichen und
organisatorischen Fragen; sie ist aber auch Schnittstelle in der Zusammenarbeit der Einrichtung mit dem Träger, mit den Eltern und in der Vernetzung mit dem Umfeld der Kita.
Gegenstand dieses Gesprächs ist der Beitrag der Leitung zur Entwicklung der Qualität der Einrichtung insgesamt und ihre Sichtweise auf diese Qualität.
Vor Beginn der Befragung ist das Einverständnis einzuholen, dass das Gespräch als Gedächtnisstütze auf einen Tonträger aufgezeichnet wird.
Die Befragung sollte nicht länger als 1,5 Stunden dauern.
Gesprächsleitfragen
- Sicherung der Voraussetzungen für eine sanfte Eingewöhnung
- Informationen an die Eltern über die pädagogische Arbeit der Kita sowie über die Entwicklung ihres Kindes
- Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit
- Kooperation mit dem Träger
- Kooperation mit den Grundschulen und der ergänzenden
Betreuung
6. Befragung des Trägers
Bei der Befragung des Trägers geht es um die Zusammenarbeit zwischen dem Träger und der Kita. Das Gespräch wird durch die Leitfrage eröffnet. Die Qualitätskriterien dienen als Orientierung für die
Gesprächsführung. Es ist um Einverständnis zu bitten, dass das Gespräch als Gedächtnisstütze auf einen Tonträger aufgezeichnet wird.
Die Befragung sollte nicht länger als 1,5 Stunden dauern.
Gesprächsleitfrage
- Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Leiterin/dem Leitungsteam und mit dem Team bei der Weiterentwicklung der Qualität der pädagogischen Arbeit auf der Grundlage des Bildungsprogramms?
7. Dokumentenanalyse
In jeder Kindertageseinrichtung gibt es Dokumente, die im Hinblick auf die Qualität pädagogischen Handelns analysiert werden können: Die Konzeption, Kitazeitungen, Eltern¬briefe/
Elternmitteilungen, Planungsunterlagen, Dokumentationen zur Arbeit und zur Entwicklung von Kindern, Fotos, Videos, Protokolle von Dienstbesprechungen, Presseveröffentlichungen u.v.a.m.
Diese Dokumente sind eine wertvolle Informationsquelle und lassen interpretierbare Rückschlüsse auf das Denken und Handeln der Erzieherinnen bzw. des Teams zu. Anhand der konkreten Analysefragen und
Kriterien können die vorhandenen Dokumente gezielt gesichtet und eingeschätzt werden.
Einige Dokumente werden von der Kita vorab zur Verfügung gestellt, andere sind beim Rundgang durch die Einrichtung einzusehen. Bei manchen Dokumenten ist die Leiterin um Einsichtnahme zu bitten.
Bewertungsgesichtspunkte
- Orientierung der Planung und Dokumentation von Projekten am Berliner Bildungsprogramm
- Beobachtung und Dokumentation der Entwicklung der Kinder
- Ziele und Maßnamen zur Umsetzung des Bildungsprogramms in Trägerkonzeption und Kitakonzeption
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