Überblick über die Erhebungsinstrumente - INA-QuaSi-Verfahren

1. Einrichtungsbogen
2. Allroundbeobachtung
3. Gruppendiskussion
4. Elterngespräch
5. Leitungsbefragung
6. Befragung des Trägers
7. Dokumentenanalyse

Zur Einführung

Bei der externen Evaluation werden die Außenwahrnehmung und die Selbsteinschätzung der pädagogischen Qualität der Arbeit des Teams zueinander in Beziehung gesetzt. Die Innen- und Außenperspektive werden miteinander verglichen, Widersprüche erörtert und Perspektiven hinsichtlich der Qualitätsentwicklung diskutiert.

 

Das vorliegende Material bietet kurzgefasst eine Orientierung hinsichtlich der externen Evaluation und ist auf relevante Schwerpunkte und wesentliche Fragen konzentriert.

 

Für die EvaluatorInnen liegt eine ausführliche Fassung als Arbeitsmaterial vor, in der die Qualitätskriterien der verschiedenen konzeptionellen Grundsätze den jeweiligen Evaluationsfragen zugeordnet sind. 

1. Einrichtungsbogen

Der Einrichtungsbogen ist ein Fragebogen zur Erhebung von Strukturdaten der Einrichtung und von Aussagen zur Vernetzung mit dem sozialen und kulturellen Umfeld der Einrichtung, zur Fortbildung der Erzieherinnen sowie zum Stand der internen Evaluation.


Er wird der Kita rechtzeitig vor Beginn der externen Evaluation übergeben. Die Leitung wird gebeten den Einrichtungsbogen bis zum vereinbarten Termin auszufüllen und an die Evaluatorin/ den Evaluator zurückzuschicken.

 

Die mit ihm erhobenen Informationen geben den Evaluatoren die Möglichkeit sich differenziert auf die externe Evaluation vorzubereiten.

2. Allroundbeobachtung

Die Allroundbeobachtung bietet gute Möglichkeiten, sich einen Gesamtüberblick über die Gestaltung des Lebens in der Kindertagesstätte zu verschaffen. Sie wird deshalb gleich zu Beginn der externen Evaluation durchgeführt.
Dabei handelt es sich um eine nichtteilnehmende Beobachtung.

Grundlage der Beobachtung bilden die ausgewählten Kriterien auf dem Beobach-tungsbogen.

 

Kriterien für die Allroundbeobachtung 

  • Erzieherinnen begegnen allen mit Offenheit und Wertschätzung
  • Erzieherinnen erkunden, was Kinder auf vielfältige Weise selbst über ihre Lebenssituation ausdrücken
  • Erzieherinnen berücksichtigen die Vielfalt und Verschiedenheiten der Kinder
  • Erzieherinnen schaffen Voraussetzungen für eine anregungsreiche Lernkultur
  • Die Gestaltung der Räume stimuliert vielseitige Tätigkeiten und Erfahrungen
  • Erzieherinnen unterstützen Kinder bei der Verwirklichung ihrer Spielideen und der Erweiterung ihrer Spielfähigkeiten
  • Erzieherinnen beteiligen Kinder entsprechend ihren entwicklungsgemäßen Möglichkeiten an der Gestaltung ihres Lebens in der Kindertagesstätte
  • Erzieherinnen lassen Kinder die Sinnhaftigkeit und Gültigkeit von Regeln in konkreten Situationen erleben
  • Erzieherinnen machen ihre Arbeit transparent

3. Gruppendiskussion

In der Gruppendiskussion geht es um den Austausch von Standpunkten, Beurteilungen und Einstellungen der Mitarbeiterinnen zu den ausgewählten Fragen.

Diese Diskussion kann mit einer Gruppe von Mitarbeiterinnen aber auch mit dem gesamten Team durchgeführt werden. Sie sollte auf ca. zwei Stunden begrenzt sein.

 

Gesprächsleitfragen

  • Wie erkunden Sie die sozialen und kulturellen Lebenssituationen der Kinder und ihrer Familien?
  • Wie finden Sie heraus, was bedeutsame Lebenssituationen/Schlüsselsituationen im Leben der Kinder Ihrer Gruppe/Ihrer Kindertageseinrichtung sind?
  • Inwieweit setzen Sie sich im Team und mit den Kindern mit moralischen Werten und Normen auseinander? 
  • Wie gehen Sie mit der Vielfalt und der Verschiedenheit von Kindern um? 
  • Wie gestalten Sie die Zusammenarbeit mit Eltern? 
  • Was tun Sie für die Weiterentwicklung Ihrer Arbeit und wie werden Sie dabei von Ihrer Leitung unterstützt?

4. Elterngespräch

Eltern sind die wichtigsten Partner in der Erziehung des Kindes. Sie sind eingeladen, sich an allen wesentlichen Angelegenheiten der Kindertageseinrichtung zu beteiligen. Die Erzieherinnen sind offen für Anregungen und Ansprüche der Eltern und fördern ihre Mitwirkung. Im Gespräch geht es um die Perspektive der Eltern zu ausgewählten Fragen der Arbeit der Erzieherinnen.

Das Gespräch soll mit einer kleineren Gruppe von interessierten Eltern geführt werden. Es müssen nicht notwendigerweise die gewählten Elternvertreterinnen sein. Bei der Vorabsprache mit der Kindertageseinrichtung muss geklärt werden, in welcher Weise Eltern mit nicht ausreichenden Deutschkenntnissen beteiligt werden können.
Verbindliche Grundlage des Gesprächs sind die Leitfragen.

 

Gesprächsleitfragen 

  • Haben Sie das Gefühl, dass die Erzieherinnen Sie bei der Erziehung und Betreuung Ihres Kindes unterstützen, gut mit Ihnen zusammenarbeiten? Worin zeigt sich das?
  • In welcher Weise informieren die Erzieherinnen Sie über die Arbeit in der Kindertageseinrichtung und über die Entwicklung Ihres Kindes?
  • Haben Sie das Gefühl, dass es den Erzieherinnen wichtig ist, dass Sie sich am Leben der Kindertageseinrichtung beteiligen?
  • Inwieweit können Sie und andere Eltern mitbestimmen, wie in der Kindertageseinrichtung gearbeitet wird?

5. Leitungsbefragung

Die Leiterin/der Leiter (bzw. das Leitungsteam) hat eine besondere Funktion für die Weiterentwicklung der Qualität der Einrichtung: Die Leitung begleitet und unterstützt das Team in fachlichen und organisatorischen Fragen; sie ist aber auch Schnittstelle in der Zusammenarbeit der Einrichtung mit dem Träger, mit den Eltern oder in der Vernetzung mit dem Umfeld der Einrichtung.

Gegenstand dieses Gespräches sind der Beitrag der Leitung zur Entwicklung der Qualität der Einrichtung insgesamt und ihre Sichtweise auf diese Qualität.

 

Gesprächsleitfragen

  • Inwieweit gelingt es, die Organisation und die Struktur dieser Einrichtung an den Grundsätzen des Situationsansatzes zu orientieren?
  • Wie schätzen Sie das Klima in Ihrem Team ein? Was würden Sie als besonders innovativ bewerten?
  • In welcher Weise fördern Sie als Leitungskraft die Weiterentwicklung der Teamkultur und den konstruktiven Dialog?
  • Wie gestaltet das Team die Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen für die Betreuung, Erziehung und Bildung des Kindes Verantwortlichen?
  • Welche Rahmenbedingungen unterstützen Ihrer Meinung nach die Erzieherinnen bei der Sicherung einer hohen Qualität ihrer Arbeit?
  • Wie nutzt das Team die vorhandenen Möglichkeiten?
  • Welche anderen Möglichkeiten erachten Sie als erforderlich und wie werden Sie diese realisieren?

Befragung des Trägers

Bei der Befragung des Trägers sind zwei unterschiedliche Ebenen zu beachten. Zum einen geht es um die einschätzende Perspektive des Trägers zu ausgewählten Aspekten der Arbeit der Erzieherinnen.

 

Zum anderen geht es um die Unterstützung des Trägers bei der Entwicklung und Sicherung der Qualität der Arbeit. Es geht also auch um die Erfassung und Einschätzung der Rahmenbedingungen der Arbeit der Kindertageseinrichtung.

 

Gesprächsleitfragen

  • Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Leiterin und dem Team bei der Weiterentwicklung der Konzeption der Kindertageseinrichtung sowie bei der Gestaltung der pädagogischen Arbeit?
  • Inwieweit entspricht das Angebotsprofil der Kindertageseinrichtung dem Bedarf und den Erwartungen der Familien? Welche Veränderungen sind im Zusammenwirken aller Be-teiligten geplant?
  • Was tun die Erzieherinnen, um ihre Erfahrungen ständig zu reflektieren, im fachlichen Austausch zu bleiben und sich neue Kenntnisse anzueignen? Wie werden sie dabei von Ihnen unterstützt? 
  • Welche Rahmenbedingungen unterstützen Ihrer Meinung nach die Erzieherinnen bei der Sicherung einer hohen Qualität ihrer Arbeit?
  • Wie nutzt das Team die vorhandenen Möglichkeiten?
  • Welche anderen Möglichkeiten erachten Sie als erforderlich und wie werden Sie diese realisieren?

Dokumentenanalyse

In jeder Kindertageseinrichtung gibt es Dokumente, die im Hinblick auf die Qualität pädagogischen Handelns analysiert werden können: die Konzeption der Einrichtung, Fortbildungskonzeptionen, Kitazeitungen, Elternbriefe/Elternmitteilungen, Planungsunterlagen, Dokumentationen zur Arbeit mit den Kindern, Aufzeichnungen zur Entwicklung von Kindern, Präsentationen in der Öffent¬lichkeit, Presseveröffentlichungen, Fotos, Videos, Protokolle von Dienstbesprechungen u.v.a.m.


Diese Dokumente sind eine wertvolle Informationsquelle und lassen interpretierbare Rückschlüsse auf das Denken und Handeln der Erzieherinnen bzw. des Teams zu. Anhand der konkreten Analysefragen und Kriterien können die vorhandenen Doku-mente gezielt gesichtet und eingeschätzt werden.

 

Kriterien für die Dokumentenanalyse

  • Inwieweit spiegelt die Konzeption der Kindertageseinrichtung das Leitbild und die Grundsätze des Situationsansatzes wider?
  • Wie erfassen und dokumentieren die Erzieherinnen ihre Beobachtungen von Kindern?
  • Wie wird sichtbar, dass sich die Erzieherinnen bei der Planung und Dokumentation der pädagogischen Arbeit an den Planungsschritten des Situationsansatzes orientieren?
  • Inwiefern berücksichtigen die Erzieherinnen individuelle Entwicklungstempi und Leistungsvoraussetzungen der Kinder?
  • In welcher Weise wird die Zusammenarbeit mit den Eltern geplant und dokumentiert?
  • Wie planen und dokumentieren die Erzieherinnen die Erweiterung und Verallgemeinerung ihrer Kenntnisse und Erfahrungen?
  • Wie planen und dokumentieren die Erzieherinnen die Erweiterung und Verallgemeinerung ihrer Kenntnisse und Erfahrungen?